Toronto. Aufzeichnungen aus Kanada

Mairisch Verlag 2020. Broschur, 144 Seiten.

Marc Degens hat vier Jahre lang von Toronto aus Kanada erkundet: Er ist durch die weiten Wälder gefahren, war auf einem abgedrehten Peaches-Konzert, hat auf den hügeligen Straßen Québecs die Nationalspeise Poutine probiert und den Wahlsieg von Justin Trudeau miterlebt. Degens lässt uns auf lustige und kluge Weise an seinen Gedanken über Land, Leute und Kultur teilhaben. Ein Buch über das Lesen und Schreiben. Über Reisen, Wale und Eisberge. Über Toronto, Kanada, Nordamerika, seine Menschen und ihre Mentalität.

»Der Alltag – was ist das? Meistens weiß man das erst, wenn der Alltag bedroht ist. Marc Degens notiert, was die Tage bringen. Hier wie dort: Bücher, Comics, Filme, Konzerte, Betten, Landschaften und Mahlzeiten, die ganze verbrachte Zeit, die transportierten Sachen und außerdem das Wetter.« (Monika Rinck)

»Diese charmante Zelebrierung des Lebens in einer offenen Gesellschaft macht glücklich und sehnsüchtig zugleich.« (Ulrich Thiele, Szene Hamburg)

»Es ist ein fabelhaftes Vergnügen, diesem gut aufgelegten Erzähler zu lauschen und sich dabei von seinen Beobachtungen leiten zu lassen, um in diesem Alltag zu versinken, ja, ihn poetisch vorgelebt zu bekommen.« (Nick Lüthi, BookGazette)

»Marc Degens macht mit seinen vielschichtigen Reiseaufzeichnungen Lust auf Kanada und das süße Autorendasein.« (Oliver Jungen, FAZ)

»Das eine Buch, das man zum Gastland Kanada wirklich braucht.« (Richard Kämmerlings, Literarische Welt)

Sunn O)))

Um kurz vor 19 Uhr mit der Bahn zu Val. Sehr schöner Abend mit einem NBA-Final. Um kurz nach 22 Uhr zum Unsound Music Festival. Die Location liegt abgelegen in einem Hafenviertel und ist ein ehemaliges Elektrizitätswerk. Die Warteschlangen davor sind riesig. Wir brauchen fast vierzig Minuten, bis wir eingelassen werden, obwohl wir, so wie alle anderen auch, bereits ein Ticket haben. Das Gebäude beeindruckt mich und ist eine Industriekathedrale. Wir bekommen noch die beiden letzten Lieder von Raime mit, die mir gut gefallen, dann stellen wir uns ans Ende der Schlange vor der Bar. Nach Ewigkeiten bekommen wir unsere Getränke und stellen uns vor die Bühne – pünktlich zum Konzertbeginn von Sunn O))). Was für ein Druck! Der Auftritt hat zwar auch peinliche Aspekte, etwa die wechselnde Kostümierung des Sängers Attila Csihar und sein pseudo-gregorianisches Gemurmel, doch das Konzert ist eine echte körperliche Erfahrung. Die Bässe dringen durch meinen Körper und mir wird fast schlecht dabei. Noch nie habe ich eine solche Wucht bei einem Konzert erlebt.

 Freitag, 10. Juni 2016, Toronto


Szene Hamburg

Eine ganze Doppelseite widmet die Szene Hamburg meinem Toronto-Buch und dem Interview, das Ulrich Thiele mit mir führte … Dankeschön!


Mülltonne

Waschbären-Begegnung an der Mülltonne: Wie ein Mensch hebt der Waschbär mit einer Hand den Deckel und wühlt mit der anderen im Abfall herum. Wir sehen uns an, im Abstand von anderthalb Metern, dann wirft er den Deckel zu und verschwindet.

Samstag, 4. Oktober 2014, Toronto


Facharbeiter

Thomas sagt in einem nachdenklichen Moment, dass er in seinem Leben wahrscheinlich weniger Geld als ein Facharbeiter verdient habe. Aber welcher Intellektuelle/Künstler verdient schon so viel Geld wie ein Facharbeiter? Und warum auch? Schließlich haben Facharbeiter ein viel anstrengenderes Leben.

Samstag, 1. Oktober 2016, San Diego


Tom Cruise

Abends schaue ich »The Edge of Tomorrow« mit Tom Cruise. »Und täglich grüßt das Murmeltier« als Transformers-Kriegsfilm … Bizarr. Nach einer japanischen Romanvorlage. Wie liest sich so ein Roman?

Freitag, 5. September 2014, Toronto



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