Toronto. Aufzeichnungen aus Kanada

Mairisch Verlag 2020. Broschur, 144 Seiten.

Marc Degens hat vier Jahre lang von Toronto aus Kanada erkundet: Er ist durch die weiten Wälder gefahren, war auf einem abgedrehten Peaches-Konzert, hat auf den hügeligen Straßen Québecs die Nationalspeise Poutine probiert und den Wahlsieg von Justin Trudeau miterlebt. Degens lässt uns auf lustige und kluge Weise an seinen Gedanken über Land, Leute und Kultur teilhaben. Ein Buch über das Lesen und Schreiben. Über Reisen, Wale und Eisberge. Über Toronto, Kanada, Nordamerika, seine Menschen und ihre Mentalität.

»Der Alltag – was ist das? Meistens weiß man das erst, wenn der Alltag bedroht ist. Marc Degens notiert, was die Tage bringen. Hier wie dort: Bücher, Comics, Filme, Konzerte, Betten, Landschaften und Mahlzeiten, die ganze verbrachte Zeit, die transportierten Sachen und außerdem das Wetter.« (Monika Rinck)

»Es ist ein fabelhaftes Vergnügen, diesem gut aufgelegten Erzähler zu lauschen und sich dabei von seinen Beobachtungen leiten zu lassen, um in diesem Alltag zu versinken, ja, ihn poetisch vorgelebt zu bekommen.« (Nick Lüthi, BookGazette)

Mülltonne

Waschbären-Begegnung an der Mülltonne: Wie ein Mensch hebt der Waschbär mit einer Hand den Deckel und wühlt mit der anderen im Abfall herum. Wir sehen uns an, im Abstand von anderthalb Metern, dann wirft er den Deckel zu und verschwindet.

Samstag, 4. Oktober 2014, Toronto


Facharbeiter

Thomas sagt in einem nachdenklichen Moment, dass er in seinem Leben wahrscheinlich weniger Geld als ein Facharbeiter verdient habe. Aber welcher Intellektuelle/Künstler verdient schon so viel Geld wie ein Facharbeiter? Und warum auch? Schließlich haben Facharbeiter ein viel anstrengenderes Leben.

Samstag, 1. Oktober 2016, San Diego


Tom Cruise

Abends schaue ich »The Edge of Tomorrow« mit Tom Cruise. »Und täglich grüßt das Murmeltier« als Transformers-Kriegsfilm … Bizarr. Nach einer japanischen Romanvorlage. Wie liest sich so ein Roman?

Freitag, 5. September 2014, Toronto


Bullauge

Mit dem Auto nach Stratford, ein niedlicher, kleiner Ort mit vielen putzigen Geschäften und mehreren bunt angemalten Klavieren auf den Bürgersteigen, an denen Menschen, wenn sie Lust haben, musizieren können. Danach weiter nach Leamington in ein rustikales Hotel namens Seacliff Inn. Unser Zimmer ist urig mit Kamin und einem Bullauge, das sich nicht öffnen lässt.

Donnerstag, 6. August 2015, Leamington


1
2
3

5