Selfie ohne Selbst

Berenberg Verlag 2022. Leinenband, fadengeheftet, 88 Seiten.

Man mache die eigene Person zur Linse, um sich selbst im klaren Licht zu erblicken, aber auch das, was einem zustößt. Das ist die ungewöhnliche Perspektive, mittels derer Marc Degens ein Stück Klatsch aus der intellektuellen Gegenwart Berlins in eine autobiografische Operation am offenen Herzen verwandelt. Seine Bühne ist der Kreis um Katharina und Michael Rutschky, in dessen vor zwei Jahren veröffentlichten Tagebüchern der Autor sich selbst wiederfand, eher erschrocken als geschmeichelt. Sein Bericht über ein Stück höfische Kultur im 21. Jahrhundert und was sie anzurichten imstande ist, hat es in sich. Wie das eigene Leben von den hierarchischen Zufällen in einem eifersüchtig umtanzten Zirkel hin- und hergeworfen wird und welche Kollateralschäden dabei drohen, diese überaus ernsthafte Burleske wurde so noch niemals aufgeschrieben.

»Marc Degens führt hier vor, wie Autofiktion eben auch aussehen kann: Wohlwollend und aufgeschlossen für die volle Farbpalette des Lebens. Und vor allem mit einem gesunden, reflektierten Verhältnis zu den eigenen Eitelkeiten.« (Frank Schäfer, taz)

»›Selfie ohne Selbst‹ mag als Schlüsseltext für jene missverstanden werden, die meinen, dabei gewesen zu sein. In Wahrheit aber fragt es nach der schriftstellerischen Wahrhaftigkeit gegenüber dem eigenen Leben.« (Harry Nutt, Berliner Zeitung)

»Das Selfie ohne Selbst ist an keiner Stelle ohne (Selbst-)Reflexion, und das macht den Rang dieses großen kleinen Buches aus.« (Jochen Schimmang, Frankfurter Allgemeine Zeizung)

»Degens' Buch ist eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem verehrten Vorbild und mit sich selbst, mit den widersprüchlichen Gefühlen und der Verletztheit. [… Er] offenbart sein Inneres in dieser intellektuellen Abrechnung.« (Ralf Stiftel, Westfälischer Anzeiger)

»Die Noblesse, mit der Marc Degens einen Verrat protokolliert, ist bemerkenswert, ebenso die traurige Verwunderung dieser Seiten.« (Im Dickicht)

»›Selfie ohne Selbst‹ bereitet – obwohl der Autor viel hadert und trauert – Freude, weil Degens, der mit seinem unprätentiösen Stil das Spektakel im Unspektakulären sucht, eine große Alltagslust weckt. Insbesondere auf die Dinge, die den Alltag schöner machen: Lektüren, Spaziergänge, Kneipengespräche, Kulturveranstaltungen. Auf einer solchen Kulturveranstaltung, einer Preisverleihung, endet der Essay schließlich mit einer großartigen, klugen, irgendwie auch humorvollen Schlusspointe, in der sich die Poetologie seines Aufsatzes verdichtet. Mehr noch, vielleicht sogar all die ambivalente Poetologie der Autofiktion.« (Ulrich Thiele, Szene Hamburg)

AUTOFICTION-FASHION

Tausend Dank an @phytomagdarine und Star-Model @torben_kassler für die grandiose Twitter-Aktion!

Im Maien da freuet man sich, da singt man, da springt man…

Ich freue mich sehr über die tollen und schmeichelhaften Besprechungen von »Selfie ohne Selbst« von Frank Schäfer (taz) und Ulrich Thiele (Szene Hamburg).

»Am Ende wächst sich der Essay zu einer poetologischen Reflexion über das autofiktionale Schreiben aus, das Rutschky durch das eigene Werk, noch mehr aber vielleicht durch seine Arbeit als Herausgeber von Der Alltag in Deutschland maßgeblich geprägt und durchgesetzt hat. ›Selfie ohne Selbst‹ gehört natürlich in diese Tradition. Dieses Buch ist zum einen der schriftgewordene Beweis für Degens Schülerschaft. Und zugleich ist es auch eine Art Gegenentwurf zum späten Rutschky. Marc Degens führt hier vor, wie Autofiktion eben auch aussehen kann: Wohlwollend und aufgeschlossen für die volle Farbpalette des Lebens. Und vor allem mit einem gesunden, reflektierten Verhältnis zu den eigenen Eitelkeiten.« (Frank Schäfer, taz vom 7. Mai 2022)

»›Selfie ohne Selbst‹ bereitet – obwohl der Autor viel hadert und trauert – Freude, weil Degens, der mit seinem unprätentiösen Stil das Spektakel im Unspektakulären sucht, eine große Alltagssucht weckt. Insbesondere auf die Dinge, die den Alltag schöner machen: Lektüren, Spaziergänge, Kneipengespräche, Kulturveranstaltungen. Auf einer solchen Kulturveranstaltung, einer Preisverleihung, endet der Essay schließlich mit einer großartigen, klugen, irgendwie auch humorvollen Schlusspointe, in der sich die Poetologie seines Aufsatzes verdichtet. Mehr noch, vielleicht sogar all die ambivalente Poetologie der Autofiktion.« (Ulrich Thiele, Szene Hamburg, Mai 2022)

Buchprüfung

»Degens‘ Buch ist eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem verehrten Vorbild und mit sich selbst, mit den widersprüchlichen Gefühlen und der Verletztheit. [… Er] offenbart sein Inneres in dieser intellektuellen Abrechnung.« (Aus: Westfälischer Anzeiger vom 2. April 2022.)

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Aus »Schreibheft – Zeitschrift für Literatur« No. 98.

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