Sunn O)))

Um kurz vor 19 Uhr mit der Bahn zu Val. Sehr schöner Abend mit einem NBA-Final. Um kurz nach 22 Uhr zum Unsound Music Festival. Die Location liegt abgelegen in einem Hafenviertel und ist ein ehemaliges Elektrizitätswerk. Die Warteschlangen davor sind riesig. Wir brauchen fast vierzig Minuten, bis wir eingelassen werden, obwohl wir, so wie alle anderen auch, bereits ein Ticket haben. Das Gebäude beeindruckt mich und ist eine Industriekathedrale. Wir bekommen noch die beiden letzten Lieder von Raime mit, die mir gut gefallen, dann stellen wir uns ans Ende der Schlange vor der Bar. Nach Ewigkeiten bekommen wir unsere Getränke und stellen uns vor die Bühne – pünktlich zum Konzertbeginn von Sunn O))). Was für ein Druck! Der Auftritt hat zwar auch peinliche Aspekte, etwa die wechselnde Kostümierung des Sängers Attila Csihar und sein pseudo-gregorianisches Gemurmel, doch das Konzert ist eine echte körperliche Erfahrung. Die Bässe dringen durch meinen Körper und mir wird fast schlecht dabei. Noch nie habe ich eine solche Wucht bei einem Konzert erlebt.

 Freitag, 10. Juni 2016, Toronto

Mülltonne

Waschbären-Begegnung an der Mülltonne: Wie ein Mensch hebt der Waschbär mit einer Hand den Deckel und wühlt mit der anderen im Abfall herum. Wir sehen uns an, im Abstand von anderthalb Metern, dann wirft er den Deckel zu und verschwindet.

Samstag, 4. Oktober 2014, Toronto

Facharbeiter

Thomas sagt in einem nachdenklichen Moment, dass er in seinem Leben wahrscheinlich weniger Geld als ein Facharbeiter verdient habe. Aber welcher Intellektuelle/Künstler verdient schon so viel Geld wie ein Facharbeiter? Und warum auch? Schließlich haben Facharbeiter ein viel anstrengenderes Leben.

Samstag, 1. Oktober 2016, San Diego

Tom Cruise

Abends schaue ich »The Edge of Tomorrow« mit Tom Cruise. »Und täglich grüßt das Murmeltier« als Transformers-Kriegsfilm … Bizarr. Nach einer japanischen Romanvorlage. Wie liest sich so ein Roman?

Freitag, 5. September 2014, Toronto

Bullauge

Mit dem Auto nach Stratford, ein niedlicher, kleiner Ort mit vielen putzigen Geschäften und mehreren bunt angemalten Klavieren auf den Bürgersteigen, an denen Menschen, wenn sie Lust haben, musizieren können. Danach weiter nach Leamington in ein rustikales Hotel namens Seacliff Inn. Unser Zimmer ist urig mit Kamin und einem Bullauge, das sich nicht öffnen lässt.

Donnerstag, 6. August 2015, Leamington

Zusammenlesen

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

#zusammenlesen #48 Christoph Danne folgt Marc Degens nach Kanada: Marc Degens. TORONTO. AUFZEICHNUNGEN AUS KANADA. mairisch Verlag . Bei mairisch in der Reihe mono erschien kürzlich dieser kleine, feine Band, ein Journal in loser Folge über Degens’ Zeit in Kanada, vor allem in Toronto. Als er vor einigen Jahren die Gelegenheit bekam, mit seiner Frau dorthin auszuwandern, erfüllte sich für den rastlosen Autor ein Traum (er lebte vorher bereits gut drei Jahre in Eriwan, Armenien). So nimmt er uns mit, ein fremdes, großes und weit entferntes Land zu erkunden, immer im Spiegel seiner Menschen, ohne Kompass und vorgegeben Route, dafür immer anekdotenreich und oftmals sehr pointiert und heiter. Er schreibt von kulturellen Veranstaltungen, kulinarischen Besonderheiten und der Schönheit der Natur. Dabei trifft Degens einen leisen, angenehm zurückhaltenden Ton, der den Leser zum stillen Begleiter macht: bei der Wohnungssuche, den (teils beruflichen) Inlandsflügen, der täglichen Arbeit als Schriftsteller und Verleger (Degens war einst Mitgründer des Berliner Verlags SuKuLTuR), den Spaziergängen und abendlichen Restaurantbesuchen. Er überzeugt durch einen unaufdringlichen, aber präzisen Blick für die Details, er ist ein stiller Beobachter, dem nichts entgeht und der letztlich der Absurdität unserer Welt, egal an welchem Ort man sich befindet, mit einem Schmunzeln begegnet. Wie der Fremde, der man sich aussetzt, um sie sich vertraut zu machen. Kanada jedenfalls muss ein großartiges Land sein. . #marcdegens #toronto #aufzeichnungenauskanada #mairischverlag #christophdanne #roman #literaturhausköln #literaturhaus #literaturhausnet #zweiterfruehling #literatur #lesen #buchtipp #bücherhamstern #bookstagram #wirliebenbücher #flattenthecurve #köln #liebedeinestadt #kölnkultur #literaturszeneköln @buchhandlung_bittner #🇨🇦

Ein Beitrag geteilt von Literaturhaus Köln (@literaturhauskoeln) am